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Drei Laender in zwei Tagen

oder kann man Maennern in rosa Polohemden und Maschinenpistolen trauen???

semi-overcast 27 °C

Zwei Tage Erholen am Swimmingpool des Hostels und im Hafencafe im gemuetlichen Puerto Iguaçu in Argentinien. An dem Tag, an dem ich beschliesse, die argentinische Seite der Iguaçu Faelle zu besuchen, meint es Petrus nicht gut mit mir. Es beginnt in Stroemen zu regnen und hoert nicht mehr auf. Badeshorts waren die richtige Klamottenwahl! Aus dem geplanten Bad in nem Wasserfall wird allerdings nix. Hart, wie ich bin, trotze ich den Naturgewalten und geniesse das spektakulaere Schauspiel der maechtigen Wasserfaelle bei Hochwasser im Close-Up. Leider quittiert diesmal die Menue-Taste meiner Kamera trotz Wasserschutz durch eine Plastiktuete aufgrund der hohen Feuchtigkeit spaeter den Dienst :o(

Im Hostel lerne ich den Finnen Jussi kennen. Wir beschliessen, da wir hier in einem Drei-Laender-Eck sind, sollten wir auch alle drei mal besuchen. Also geht es auf nach Ciudad del Este in Paraguay, direkt hinter der Grenze von Foz do Iguaçu/Brasilien.

Die Stadt hat einen Ruf als eine der korruptesten Staedte in Suedamerika und gilt als Umschlagplatz fuer illegale Waren wie Elektronik, Schwarzmarkt-DVDs und CDs, Waffen und Drogen. Direkt hinter der Grenze reihen sich hunderte von Marktstaenden auf. An jeder Ecke steht ein Mann mit einem grossen Gewehr oder einer Maschinenpistole. Der Bankautomat wird sogar von dreien solcher Kerle bewacht. Weiss nicht so recht, ob mich das beruhigen oder beunruhigen soll. Habe noch nie so viele Waffen auf einmal gesehen.

Nach 5 Uhr ist die Stadt dagegen voellig ausgestorben, es ist sogar schwierig, zwischen den Bauruinen und verrammelten Fenstern und Tueren ein Restaurant zu finden. Essen schliesslich bei einem Taiwanesen, bei dem wir uns mit einem Mann aus Honkong unterhalten, der sich hier 'geschaeftlich' niedergelassen hat - hm...

Am naechsten Tag gehen wir einkaufen, Klamotten, CDs, DVDs. Werde mit ner Stange Marlboro Lights uebers Ohr gehauen - in den Packungen befinden sich Billigzigaretten. Anyway, war trotzdem noch billig. Danach mit vollem Rucksack zu Fuss ueber die Grenze, eine Bruecke, die zu allen Seiten mit hohen Zaeunen abgesichert ist. Hier ueberqueren hunderte von Leuten mit riesigen Taschen voll mit DVDs, DVD-Playern, Computerteilen, usw die Grenze nach Brasilien und keiner kuemmert sich gross darum.

Checken in Foz do Iguaçu in ein Hostel im Ressort-Style ein. Lerne ein interessantes Spiel kennen, bei dem man Holzchips ueber eine Bahn in Oeffnungen am anderen Ende schleudern muss. Ne Art Mischung aus Billard, Eisstockschiessen und Vier Gewinnt. Lustig.

Am naechsten Tag besuchen wir noch den Itaipu-Staudamm, der groesste der Welt. Mit dem Beton, das hier verbaut ist, kann man ne ganze Stadt bauen. Dafuer deckt das Ding den Energiehaushalt von Paraguay zu 80% und den von Brasilien zu knapp 30%. Siehe dazu auch meinen Link zu spiegel.de in einem der frueheren Eintraege. Da die Ueberlauf-Schleusen zu sind und alles andere unter der Wasseroberflaeche passiert, ist das Ganze aber am Ende doch nicht ganz so spektakulaer.

Weiter zum Busterminal in Foz do Iguaçu. Mein Bus verspaetet sich um ueber eine Stunde. Waehrenddessen amuesiere ich mich dabei zu beobachten, wie die Leute versuchen, ihre Taschen voll frisch erworbener Schmuggelware in dem Laderaum eines anderen Busses unterzubekommen. Am Ende bleiben 5 Taschen uebrig. Der stolze Besitzer dieser Taschen diskutiert noch eine Weile mit dem Busfahrer, ob man die nicht noch im Passagierraum unterbekommen koenne. Doch der Fahrer bleibt hart: amanã, nimm den Bus morgen! Der Abgewiesene verlaesst das Busterminal mit einem Wagen voller karierter Taschen...

Schliesslich kommt mein Bus dann doch noch und am naechsten Tag um 11:30 komme ich schliesslich in Joinville an, wo mich Joel am Busterminal abholt. Joinville ist eine relativ kleine Industriestadt, die erschreckend an eine deutsche Stadt erinnert. Wurde von deutschen und italienischen Einwanderern gegruendet. Gehen an diesem Abend gleich noch ein paar Caipis schluerfen, bzw. bleibt Joel lieber bei Bier, waehrend ich den Caipi trinke. Lerne von ihm und seinem Kollegen (wer haette gedacht, dass ich mal mit zwei Professoren einen trinken gehen wuerde) wichtigen portugiesischen Grundwortschatz (z.B. was Knackarsch oder Aehnliches heisst...).

Nachdem ich mich gerade einigermassen gut auf Spanisch durchschlagen konnte (Sprechen spanisch wie Argentinier schon und Argentinier glaube auch, sprechen schon wie Argentinier - oder so), muss ich mich an die naechste Sprache gewoehnen. Wenigstens sind viele der Worte in portugiesisch sehr aehnlich zu den spanischen Pendands. Aber danke heisst obrigado, nicht gracias!!!

Heute ist mein zweiter Tag hier und ich sitze gerade in Professor's Buero, waehrend er fleissig Vorlesungen haelt ;o)

Freitag, Wochenende, vielleicht geht es noch nach Blumenau aufs Oktoberfest. Leider laeuft langsam meine Zeit ab. In ca. drei Wochen bin ich wieder in Deutschland... :o(

Posted by theandyman 09:42 Archived in Brazil

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